Activities, Begegnungen,
Reisen & Feste

Musik für einen guten Zweck:

Ein Charity-Konzert

Das Mitglied des Lions-Clubs Düsseldorf-Königsallee, Dr. Amir Vahdat hat zusammen mit seiner Ehefrau Dr. Katarina Vahdat - beide renomierte niedergelassene Augenärzte in Düsseldorf - am 8. März 2025 für über 700 Besucher im ausverkauften Schuhmann-Saal in Düsseldorf ein Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Augenheilkunde organisiert.

Der Reinerlös der Veranstaltung (inkl. Spenden) betrug ca. 50.000,00 €. Hiervon gingen alleine 40.000,00 € an den Verein zur Förderung der Augenheilkunde in Düsseldorf e.V. Dieser Verein fördert seit über 30 Jahren die Augenheilkunde in Düsseldorf, u.a. um innovative medizinische Projekte zu unterstützen und den Zugang zu hochwertiger Versorgung für viele Menschen in den öffentlichen Augenklinken der Stadt Düsseldorf wie das St. Martinus Krankenhaus oder die Universitätsaugenklinik zu verbessern.

Das Publikum lauschte gebannt Chopins berühmten Préludes, Nocturnes, Balladen, Etüden und Sonaten, darunter die bewegende Marche funèbre und die brillante Grande Valse Brillante, die mit einer Ballett-Darbietung eine visuelle und emotionale Ebene erhielt.

Die 3 Pianistinnen erhielten lang anhaltenden, stehenden Applaus und es gab echte Begeisterungsausbrüche ….

Chopin’s Magic hat eindrucksvoll gezeigt, wie Musik, Kultur und Wohltätigkeit zusammenwirken können. Die Begeisterung des Publikums, der ausverkaufte Saal und die bewegenden Spenden zeigen: Gemeinsam können wir Großes bewirken!

14. November 2024 im Drei-Raum-Bistro:

“Traditionelles Gänseessen
mit kleinen musikalischen Einlagen”

Für die musikalische Unterhaltung sorgten diesmal Laura, die nach ihrem Jura-Studium nun Saxophon an der Robert Schumann Musikhochschule in Düsseldorf und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover studiert und Natallia, die aus Belarus kommt, seit 2018 in Deutschland lebt und gerade ihren Master an der Robert Schumann Musikhochschule in Düsseldorf macht. U.a. wurde “Musique de table” von Teleman und Tangos von Buckland und Gardel auf dem Saxophon gespielt, die Zugabe war “Por una Cabeza”.

 Eine alte Tradition wurde am 12.9.24 fortgesetzt:

Weinprobe - eine Reise durch Italien

Dr. Frederik Born hatte außer der Reihe zu einer Weinprobe eingeladen und wir trafen uns in kleiner Gruppe:

Wir starteten in Südtirol mit einem Sauvignon Blanc aus Terlan, besuchten anschließend die Weine aus dem Langhe (Barolo) und sahen dann, wie der französische Weinanbau eine Gegend urplötzlich zu einer der besten Weinanbaugebiete der Welt gemacht hatte (Bolgheri). Sodann erfrischten wir uns mit einem stets gefälligen Lugana (Lombardei), tranken einen “kleinen Braunen“ vom Montalcino im Süden der Toskana (Brunello), probierten einen Wein aus Apulien und schlossen mit einem hochgewachsenen Sizilianer. Ein absolut gelungener Abend! 

Clubabend am 29.8.2024 mit Vorträgen von Charlotte Ballke & Dr. Fabiola Schneider

“Diversity, Equity & Inclusion”

mehr als nur Buzzwords? Betrachtungen aus Praxis und Wissenschaft

Diversity zielt auf die Anerkennung und Wertschätzung aller Menschen in der Gesellschaft unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Religionszugehörigkeit oder Weltanschauung, ihrem Lebensalter, ihrer physischen oder psychischen Fähigkeiten oder anderer Merkmale.

Equity zielt darauf ab, Ungleichheiten durch gezielte Maßnahmen zu beseitigen, um sicherzustellen, dass alle gleiche Chancen haben.

Inclusion ist ein Prozess der Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse, der eine umfassende soziale Teilhabe ermöglicht und auf die Überwindung von Marginalisierung, Stigmatisierung und Diskriminierung abzielt sowie ein Zustand gesellschaftlicher Teilhabe, wenn zuvor exkludierte Personen vollständig inkludiert sind.

Das Thema “Diversity, Equity & Inclusion” ist dem diesjährigen Club-Präsidenten Dr. Moritz Asbrand ein besonders wichtiges Anliegen und daher eröffnete er auch den Reigen der diesjährigen Clubabend-Vorträge mit diesem Thema.

Als erste Vortragende konnte er Charlotte Ballke gewinnen. Sie ist 30 Jahre alt und hat Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt “Management und Regulierung von Arbeit, Wirtschaft und Organisationen” in Düsseldorf und Bochum studiert. Sie arbeitet aktuell als Referentin HR legal in der Kanzlei Hengeler Mueller. In ihrem Vortrag ging es vor allem darum, welche strategische Relevanz Diversity Management heute für Unternehmen hat. Sie wird aus ihrer Praxis berichten, wie sie Diversity Management nutzt, um ihren Arbeitgeber im Wettbewerb um junge Talente gut aufzustellen.

Dr. Fabiola Schneider ist 29 Jahre alt hat Wirtschaftschemie in Düsseldorf studiert und nach ihrem Master am University College Dublin dort über sustainable finance promoviert und ist aktuell Assistenz-Professorin im Bereich Accounting. Sie ist im Equality, Diversity and Inclusion Team des University College Dublin (UCD) engagiert und wird das Thema von der Seite des policy making betrachten. In ihrem Beitrag wird es vor allem darum gehen, welchen Rahmen die Politik setzen kann, um ein sinnvolles diversity management in Unternehmen und Wirtschaft sicher zu stellen.

Das Thema Diversity und Inklusion wird auch gerne sehr emotional und ideologisch diskutiert - dafür ist es aber heute einfach zu wichtig. Die beiden Referentinnen haben an dem Abend eine sachlich-fundierte Diskussionsgrundlage geschaffen, von der wir auch einiges für unseren Club und die Lions-Organisation mitnehmen können.

 Die Gamescom
ein Ort für Lions?

Schon längst ist “Gaming” bzw. “E-Sports” die größte Unterhaltungsbranche der Welt zum absoluten Mainstream in unserer Gesellschaft geworden und die Gamescom ist heute die größte Computerspielemesse der Welt.
In 2024 fand die Messe vom 21. bis zum 25. August in Köln statt und der Veranstalter meldete mit 335.000 Besucher neue Rekorde. Der Umsatz mit Gaming in Deutschland wird mit ca. 10 Milliarden Euro pro Jahr angegeben.
Da Gaming oder E-Sports nicht nur von jungen Menschen in einem noch nie dagewesenen Maße konsumiert wird, trafen sich einige Mitglieder unseres Clubs einmal außerhalb der Reihe zu einem Gamescom-Messebesuch.

Der Bezug unserer kleinen Gruppe zu Gaming war sehr unterschiedlich: Einige waren selbst aktive Spieler und andere wollten sich einfach einmal einen Überblick verschaffen.  
Auf dem ersten Blick fiel auf, wie viele Konzerne (z.B. Rheinmetall, Siemens) oder staatliche Institutionen (z.B. Bundeswehr, Polizei, BND) auf der Gamescom mit Ständen vertreten waren, um sich zu präsentieren, sich ein „modernes Gesicht zu geben“ und hier ggfs. Kontakt zu neuen Arbeitnehmern zu knüpfen.
Wir versuchten, möglichst viel von der unglaublichen Vielfalt der Messe mitzunehmen. Dabei kam auch der persönliche Austausch – sowohl zu Computerspielen, aber auch zu anderen Themen, nicht zu kurz. Wir besuchten unter anderem auch eine mit Menschen überfüllte, große Eventhalle, bei dem live ein Qualifikationsspiel für die „Brawl-Stars-Weltmeisterschaften“ abgehalten wurde ….

Wir beobachteten - sahen aber auch Tendenzen im Medienkonsum die man vor allem in Hinblick auf die Entwicklung von Heranwachsenden sehr kritisch im Auge behalten muss, aber auch bei Erwachsenen zu Suchtgefahren beitragen können.
Zu Ende besuchten wir noch eine Präsentation zu “Assassins Creed Shadows” - dem im November erscheinenden neuen Action-Adventure mit Rollenspielelementen, ein Blockbuster-Titel von Ubisoft, Europas größtem Gaming-Konzern. Die Liebe zum Detail, mit der die Entwickler das feudale Japan detailgetreu umgesetzt haben, hat uns enorm beeindruckt. In der Gamingbranche geht es zwar um extrem viel Geld, man merkt aber, dass es immer noch eine junge Branche ist – die Leidenschaft und das Engagement der Mitarbeiter ist mitreißend und so in anderen Branchen nicht zu finden.

Alles in allem war es ein toller, sehr intensiver Tag, der viele Eindrücke hinterlassen hat auch wenn es teilweise Aspekte gibt, die man als Gesellschaft kritisch begleiten muss: wie z.B. der Einfluss des Gaming-Streamens auf Heranwachsende, Shooter-Games (Schieß- und Kriegsspiele) oder Hate-Speech in Game-Chats (menschenverachtende Hassreden).
Fazit: die Gamingbranche ist keine Nische für Randgruppen mehr und muss ernst genommen werden. Das Thema ist aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und wird uns in diesem Clubjahr weiter begleiten – zum Beispiel beim Vortrag über E-Sports im Oktober.

 Top-Benefiz-Veranstaltung 2024:

Kom(m)ödchen

Das Kom(m)ödchen-Ensemble: Maike Kühl, Martin Maier-Bode, Daniel Graf und Heiko Seidel mit “Quickies. Schnelle Nummern zur Lage der Nation – Staffel 2 - runderneuert“ brachten die Lions-Freunde zum Lachen, zum Schmunzeln, aber auch das eine oder andere Mal zum Nachdenken.

Eine Spende von 5.000 € ging anschließend an die Aktion Löwenstern e.V. zur Unterstützung krebskranker Kinder.

Vier Tage, ein verlängertes Wochenende über Christi-Himmelfahrt 2024:  

Exkursion nach Brüssel:

"Wieviel bestimmt die EU-Administration heute über uns?"

Besichtigung des Atomiums, Besuch des Hauses der Europäischen Geschichte, Parlamentarium, Parc Léopold, Parc du Cinquentenaire, und abends belgisches Craftbeer-Testing in einer lokalen Brauerei, Botanischer Garten, abendlicher Kneipenbummel, Rundgang durch die mittelalterlichen und barocken Stadtteile, Grote Markt, Männecken Pis, Kirche Église Saint-Jacques-sur-Coudenberg, Königspalast, Musée Magritte, Sablon- und Marollen-Viertel, Justizpalast mit Blick über die EU-Metropole, Schokoladen-Museum und natürlich die "Friterie" mit den besten Pommes der Welt ...

Neujahrs-Benefizkonzert 2024

Club-Mitglieder und viele Gäste lauschen der Musik

Der Erlös dieses Benefizkonzertes, noch aufgestockt von den Club-Mitgliedern auf 3.000 € ging an die NCL-Stiftung

Sonntag 16. Oktober 2022

Besuch des “Beton-Doms”

in Neviges (Velbert)
der Wallfahrtskirche „Maria, Königin des Friedens“

mit anschließender kurzen Wanderung durchs Bergische-Land
und einer bergischen Kaffeetafel zum Abschluss

In den 60er-Jahren des voriegen Jahrhunderts, als noch laufend neue katholische Kirchen gebaut wurden und nicht wie heute profaniert werden (Profanierung = Entweihung), war die alte Marien Wallfahrtskirche in Neviges aus dem Jahre 1682 zu klein geworden und der Architekten Gottfried Böhm hat den heutigen Nevigeser Wallfahrtsdom entworfen und gebaut. Der Bau ist Architektur-historisch dem sog. “Brutalismus” zuzurechnen, was aber keine Assoziation mit “brutal” bedeutet, sondern den Sichtbetonstil der Moderne bezeichnet. Die Fenster dieser Kirche geben dem eigentlich grauen Betonbauwerk eine besondere Farbe, die sich ständig mit dem Wetter und der Tageszeit ändert und unterschiedlich entwickelt. Einheimische nennen die Wallfahrtskirche auch einfach “Beton-Dom”.

Besonderheit: Am 23. September 1978 besuchte Karol Kardinal Wojtyła, ein großer Verehrer der Gottesmutter, mit einer Abordnung polnischer Bischöfe drei Wochen vor seiner Wahl zum Papst als “Johannes Paul II.” den Dom in Neviges.

Die ersten 20 Jahre

  1. Februar 2020

 Lions Club Düsseldorf-Königsallee feiert
20-jähriges Bestehen mit einem großen Ball

Reinhard Naujoks, Dr. Yves Heuser, DG Prof. Dr. Notker Polley, Präsident Dr. Peter Zimmermann und Seine Königliche Hoheit (v. l.). Foto LC Düsseldorf

Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Lions Club Düsseldorf-Königsallee gab es am 1. Februar im Steigenberger Parkhotel in Düsseldorf einen Jubiläumsball. An gleicher Stelle, am 28. Januar 2000 - und damit nahezu auf den Tag genau vor 20 Jahren - wurde der Lions Club Düsseldorf mit einer Charterfeier gegründet.

Viele Mitglieder befreundeter Lions Clubs folgten der Einladung zu diesem feierlichen Anlass. Zusammen mit diesen und den Mitgliedern des Clubs sowie Ehepartnern, Familienangehörigen und Freunden trafen sich über 100 Personen.

Nach einem launigen Sektempfang durfte Dr. Peter Zimmermann, der diesjährige Präsident, die Gäste und Teilnehmer begrüßen und insgesamt durch die Veranstaltung führen. Neben ihm waren mit Dr. Yves Heuser und Reinhard Naujoks zwei weitere Gründungsmitglieder anwesend, die noch im Club aktiv sind. Daneben konnte auch der (nicht mehr bei Lions aktive) Gründungspräsident Stephan Heitmann begrüßt werden.

Hingewiesen wurde auch auf die Schwerpunkte der Spendenziele, die insbesondere im Bereich hilfsbedürftiger Jugendlicher und Kinder im Raum Düsseldorf liegen. Der Reinerlös des Jubiläumsballs wird an „Zebra“ (Verein zur Förderung der Senologie/Brustklinik) gestiftet. Dieser Reinerlös beläuft sich auf etwa 4.500 Euro, wobei besonders hervorzuheben ist, dass neben dem Anteil aus den Eintrittskarten bei einer Sammlung unter den Ballgästen der stattliche Betrag von 2.500 Euro zusammenkam.

Neben einer Schilderung der Fundraising-Aktivitäten, die im Schnitt etwa 25.000 Euro pro Jahr an Spendengeldern generieren, lautete das Fazit des Präsidenten, dass der Lions Club Düsseldorf-Königsallee von der Gründungsfeier im Jahr 2000 mit wechselnden Mitgliedern und Präsidenten über diverse Aktivitäten und Fundraising auf eine 20- jährige Geschichte zurückblicken kann, in der die Pflege der Gemeinschaft ebenso im Vordergrund steht wie der Wille, anderen zu helfen, und dessen Umsetzung in Taten.

Natürlich durfte bei einem Ball neben dem hervorragenden Essen auch die ausgiebige Nutzung der Tanzfläche nicht zu kurz kommen. Diese stand zuvor aber auch noch für ein besonderes Ereignis zur Verfügung: Eine Karnevalsgarde aus Düsseldorf-Unterbach wurde begrüßt, die dem Jubiläumsball neben der feierlichen auch die fröhliche Stimmung vermittelte. Auch die musikalische Begleitung kam nicht zu kurz. Während des Sektempfangs und des Galadiners wurden die Ballgäste von der Pianistin Olga Andryushchenko dezent mit Jazz und leichter klassischer Musik begleitet. Die Tänzer unter den Ballgästen durften sich besonders über die einfühlsame musikalische Begleitung durch Mike Williamson freuen, der nicht nur als DJ, sondern auch als hervorragender Sänger in Erscheinung trat.

Ausflug nach Paris:
auf den Spuren von Heinrich Heine

Heinrich Heine ist einer der ganz großen Düsseldorfer. Nach ihm wurde sogar die Düsseldorfer Universität benannt. Heinrich Heine wurde am 13. Dezember 1797 mitten in der heutigen Düsseldorfer Altstadt, in einem Hintergebäude zur Bolkerstraße geboren. Er wurde zwar 1825 protestantisch getauft, ging aber 1815 ins Exil nach Paris (wo er 1856 auch starb), weil er als getaufter Jude Deutschland unter beruflicher Ausgrenzung und Antisemitismus litt. Doch die Liebe zu seiner Heimatstadt Düsseldorf blieb. Denn hier hat der junge Heine seine „Traumzeit“ verbracht, wie er seine Kindheitserinnerungen nennt. Heine kehrte 1819 und 1820 nur noch zu kurzen Besuchen nach Düsseldorf zurück.

Am 25./26. Mai 2019 machte der Lions-Club Düsseldorf-Königsallee einen Ausflug nach Paris – auf den Spuren von Heinrich Heine.

Morgens um 8:18 Uhr ging es mit dem Hochgeschwindigkeitszug Thalys zum Gare du Nord in Paris. Nach dem Einchecken in ein Hotel gab es einen Rundgang durch das „Quartier Heinrich Heine“, in dem er seine Mathilde kennengelernt hatte: Cité Bergère, Conservatoire Nationale, Passage des Panoramas, Bibliothèque Nationale, Rue Vivienne, Rue Poissonière und viele weitere „Heine-Orte“ wurden besucht, alles natürlich begleitet mit passenden Texten und Gedichten von Heinrich Heine. Zwischendurch gab es ein Mittagessen in Heines Lieblingsrestaurant, dem Au Rocher de Cancale, 78, rue Montorgueil. Am Sonntag ging es mit dem Pariser Literaturdozenten und Heine-Experten Emanuel Wendel zum Cimetière de Montmartre, wo eine Kranzniederlegung mit der Widmung „Dem großen Sohn unserer Stadt!“ am Grab Heinrich Heines erfolgte. Montmartre, Place Clichy, Porte St. Denis, St. Sulpice und weitere Heine-Orte wurden besucht – zum Schluss den Platz bei der Kirche St. Sulpice, in der Heine seine Mathilde geheiratet hatte.

 Exkursion ins Rheinische Braunkohlerevier

nach Gartzweiler

Der Lions-Club Düsseldorf-Königsallee veranstaltete eine Exkursion in das größte Braunkohlerevier Europas, zum Tagebau Garzweiler, um sich selbst einmal ein Bild hiervon zu machen.

Der durch die langjährigen Bürgerproteste begleitete Tagebau Garzweiler ist ein riesiges Braunkohle-Tagebau-Revier zwischen den Städten Bedburg, Grevenbroich, Jüchen, Erkelenz und Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen. Betreiber ist heute RWE Power, früher RWE Rheinbraun AG. Es umfasst ein Gebiet von 106 Quadratkilometern.

Entstehung: Die Braunkohle mit bis zu 100 m mächtigen Braunkohleflözen entstand in der Niederrheinischen Bucht aus weitflächigen Wäldern und Mooren, die sich in der Niederrheinischen Bucht vor ca 30 Millionen Jahren entwickelten. Während des Tertiärs begannen in der Niederrheinischen Bucht Senkungsbewegungen. Es entstand ein flaches Sedimentationsbecken für die Urflüsse Rhein, Rur, Erft, Sieg und Maas. Dieses Becken senkte sich allmählich und bildete Staffelbrüche, während das benachbarte Rheinische Schiefergebirge angehoben wurde. In mehreren Phasen stieß die Ur-Nordsee bis in dieses Gebiet vor. Über den in Senken abgelagerten Tonschichten bildeten sich Moore, deren Vegetation im Wasser nicht zersetzt werden konnte. Die so entstandenen geringmächtigen Torfe wurde durch Kies, Sand und Ton abgedeckt und es entstand die Braunkohle.

Umweltschäden: Abgesehen von den imennsen Kohlendioxid-Emissionen bei der Verbrennung der Braunkohle in den benachbarten Kraftwerken und der Grundwasserabsenkung, die zur Schädigung von Feuchtgebieten führte, wird der Tagebaubetrieb auch für eine Reihe von anderen Umweltproblemen verantwortlich gemacht, so z.B. für die Übersäuerung des Bodens in der Region. Um die Tagebaue trocken zu halten, ist ein Abpumpen des Grundwassers bis in Tiefen von mehr als 500 Metern erforderlich. Dadurch fallen Bäche und Feuchtgebiete trocken. Das Verbrennen der Brunkohle, d.h. der Betrieb von Braunkohlekraftwerken ist auch mit hohen Quecksilberemissionen verbunden. Alleine die beiden Braunkohlekraftwerke Neurath und Niederaußem stoßen pro Jahr etwa 500 Kilogramm des Nervengifts in die Atmosphäre aus.

Umsiedlung: Der Braunkohleabbau vernichtet große Landwirtschaftsflächen und erfordert die Umsiedlung ganzer Dörfer mit insgesamt mehreren tausend Menschen. Durch die Umsiedlung alter, gewachsener Siedlungen verlieren viele Bewohner nicht nur ihre Heimat, auch ihr soziales Gefüge geht verloren.

Zukunft: Als Folge der Bergbautätigkeit soll nach dem Abbau der Braunkohle das verbleibende Loch zu einem riesigen See umgestaltet werden. Ab 2030 sollen etwa 70 Jahre (!) lang rund 60 Millionen Qubikmeter Wasser jährlich aus dem Rhein in das Loch umgeleitet werden. Dieser See wird bis zu 190 m tief sein, eine Fläche von 23 Quadratkilometern besitzen und eine Füllmenge von 2 Milliarden Kubikmeter Wasser aufweisen. Der See würde damit in Deutschland nur noch vom Bodensee übertroffen. Welche Auswirkungen diese großen Wasserflächen auf das Klima des Rheinlandes haben werden, ist noch völlig unklar.

Pipelines mit Durchmessern von mehr als zwei Metern sollen vom Rhein bei Dormagen aus 45 km lang zu dem Braunkohleloch verlegt werden, um Rheinwasser in die Restlöcher der Tagebaue Garzweiler und Hambach mit mehr als 20 Billionen Liter Wasser zu transportieren. Umweltschützer warnen vor den ökologischen Folgen des Projekts: Die Qualität des Rheinwassers sei definitiv ohne vorherige Reinigung nicht geeignet - damit würden Folgeprobleme geschaffen, die uns noch Jahrhunderte beschäftigen werden. Als ein Beispiel werden hier die per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) genannt, die auch als Ewigkeitschemikalien bekannt sind. Sie fallen als Abfallprodukte unter anderem im Chemiepark Leverkusen an und werden in die Oberflächengewässer Wupper und Rhein abgeleitet, also vor der geplanten Entnahmetelle zur Befüllung des Garzweilerlochs mit Rheinwasser.

Der sogar immer häufiger mit Niedrigwasser kämpfende Rhein, wo immer häufiger auch die Schifffahrt eingeschränkt werden muss, soll hierzu vom Wasserstand her um 0,4 bis 2,4 Zentimeter (!) abgesenkt, je nach Wasserführung. Umweltschützer warnen: Rheinwasser abpumpen sei nicht verantwortbar!